Überblick


Die um 1692 geschriebene Chronik des Klosters berichtet von der Gründung des Klosters im 13. Jahrhundert. Herzogin Agnes, Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, war 1225 Witwe geworden und, „obgleich sie annoch im blühenden Alter, so … gedachte [sie] … ein geistliches Jungfrauen Kloster zu Gottes Ehren aufzubauen.“

1233 bestätigte der Hildesheimer Bischof Konrad II. die Gründung des Klosters und stattete es mit zahlreichen Gütern aus. Die wirtschaftliche Lage erlaubte es zu Beginn des 14. Jahrhunderts, prachtvolle Gebäude zu errichten. Der Nonnenchor wurde entgegen den Regeln des Zisterzienserordens mit prächtigen Malereien ausgeschmückt.

Im 16. Jahrhundert wurde im Fürstentum Lüneburg die lutherische Reformation eingeführt. Trotz des Widerstandes der Nonnen wurde aus dem katholischen Nonnenkloster langsam ein evangelisches Frauenkloster. Die Reformation hatte auch weitreichende wirtschaftliche Folgen. Der Herzog zog einen beträchtlichen Teil des Klostervermögens ein. Von den verbliebenen Einnahmen konnte nur noch ein kleiner Konvent von 26 Konventualinnen versorgt werden.

Heute besteht der Konvent des Klosters Wienhausen aus einer Äbtissin und 13 Konventualinnen. Der Äbtissin obliegt die Leitung und Verwaltung des Klosters. Nach der Klosterordnung von 1972 vertritt sie das Kloster nach außen, intern ist sie die „Vorsteherin des Konvents“.

Das Kloster Wienhausen verfügt über eine außerordentliche Fülle an christlichen Kunstwerken aus dem Mittelalter. Manche dienten kontinuierlich religiösen Zwecken, viele wurden in den vergangenen 150 Jahren „wiederentdeckt“. Zusammen mit den Gebäuden bilden sie ein einmaliges Gesamtkunstwerk. Dies den zahlreichen Gästen zu zeigen, ihnen den christlichen Sinninhalt zu erläutern bedeutet in einer säkularen Welt auch christliche Verkündigungsarbeit.

Daneben bildet der Konvent selbst bis heute eine Lebensgemeinschaft auf christlicher Grundlage. Regelmäßige gemeinsame Gottesdienste, Andachten und Konventssitzungen sind für die Bewohnerinnen des Klosters obligatorisch.